Medizinrecht: Geburtsschaden

Die Schwerpunkte der Vorwürfe im Geburtsschadensrecht als Spezialrechtsgebiet im Medizinrecht/Arzthaftungsrecht liegen im Bereich der unzureichenden Verlaufsbeobachtung und Befunderhebung durch den Gynäkologen, den Arzt als Geburtshelfer und/oder die Hebamme sowie im Bereich der Organisationshaftung durch das Krankenhaus. Zudem kommen auch Aufklärungsmängel im Zusammenhang mit einem Geburtsschaden immer wieder zum Tragen.

Wodurch kann ein Geburtsschaden auftreten?

Ein Geburtsschaden kann insbesondere auftreten durch:

  • fehlerhafte Sterilisation (Tubenligatur)/Vasektomie bzw. Fehler in der Aufklärung/Einwilligung bei Sterilisation/Vasektomie
  • Nichterkennen von Extrauteringravidität (ektope Schwangerschaft) wie Tubenschwangerschaften, Bauchhöhlenschwangerschaften oder Eileiterschwangerschaften
  • fehlerhafte bzw. unterlassene Missbildungsdiagnostik
  • Nichterkennen von Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes, Typ-4-Diabetes)
  • verspätete Reaktionen auf Infektionen, Thrombosen (Risiko: Lungenembolie), Sepsis, HELLP-Syndrom, Polyhydramnion
  • Fehler bei der Geburtseinleitung
  • Hirnschädigungen aufgrund ungenügender Sauerstoffversorgung während der Geburt (Hypoxie, hypoxische Hirnschädigung)
  • verspätete Indikation zur Sectio (Kaiserschnitt) z. B. bei überlanger Austreibungsphase, Plazentaruptur, Risikoschwangerschaften
  • unterlassene oder fehlerhafte CTG-Auswertung
  • verspätete oder Nichtverlegung in ein Perinatalzentrum, insbesondere bei Hausgeburten, in Geburtshäusern oder Belegkrankenhäusern
  • Fehler bei der Behandlung sogenannter Risikoschwangerschaften – beispielsweise bei Fruchtwasseranomalien, Plazentainsuffizienz, vorzeitiger Plazentaablösung oder einer fehlerhaften Reaktion auf Plazentasprung (Blasensprung)
  • mütterliche oder kindliche Verletzungen bei vaginal-operativer Entbindung, d. h. bei Saugglockengeburten, Zangengeburten sowie Episiotomien (Dammschnitten) ohne Indikation
  • nicht erkannte Lageanomalie (z. B. Steißlage, Beckenendlage)
  • Schulterdystokien
  • Plexusparesen
  • mechanische Verletzungen aufgrund fehlerhaft ausgeführter Geburtsmanöver (Kristeller, McRoberts, Woods)
  • Fehler in der Neonatologie z. B. bei Frühgeburten.

Liegt ein Geburtsschaden vor?

Der Verdacht, dass man es mit einem möglichen Behandlungsfehler zu tun haben könnte, der einen Geburtsschaden hervorgerufen hat, tritt keineswegs immer unmittelbar offen zu Tage. Manchmal sind es erst Verzögerungen in der Entwicklung, kleine motorische Defizite, plötzlich auftretende epileptische Anfälle des Kindes, die zu einem näheren Hinsehen veranlassen und eine vorherige ärztliche Aussage „Es ist alles in Ordnung“ in ein anderes Licht rücken. Hier ist eine Überprüfung durch eines oder mehrerer Sachverständigengutachten unumgänglich.

Welche Folgen hat ein Geburtsschaden?

Die mögliche Vielzahl von Behandlungsfehlern im Rahmen des Geburtsschadensrechtes, deren Einschnitte und Auswirkung auf die weitere Lebensgestaltung der Familie und der geschädigten Person selbst sind von unermesslicher Tragweite – und zwar oftmals ein Leben lang. So sind schwere Hirnschäden des Kindes durch unzureichende Sauerstoffversorgung während und nach der Geburt leider keine Seltenheit.

Ist erstmal der ärztliche Behandlungsfehler bestätigt, nimmt die weitere Schadensregulierung ein großes Feld ein. Neben Schmerzensgeldzusprüchen für schwerstgeschädigte Kinder in einer Größenordnung von oftmals nicht unter 500.000,00 Euro gelangt man mit der anstehenden Regulierung der weiteren Schadenspositionen schnell zu einem Gesamtschadensvolumen, welches durchaus jenseits der 2.500.000,00 Euro liegen kann. Schließlich gilt es, laufenden und zukünftigen Pflege- und Betreuungsmehrbedarf abzusichern, einen Verdienstausfallschaden auszugleichen und den Mehrbedarf abzudecken – beispielsweise Kosten für eine Haushaltshilfe bzw. Pflegepersonal oder den behindertengerechten Umbau der Wohnung bzw. eines Fahrzeugs.

Brauche ich einen Fachanwalt für Medizinrecht?

Sie haben den berechtigten Verdacht auf einen Geburtsschaden wegen eines Behandlungsfehlers und fragen sich, ob ein Anwalt zwingend nötig ist? Als Experten sagen wir Ihnen: Ja! Denn das Geburtsschadensrecht ist ein hochkomplexes Spezialgebiet innerhalb des Medizinrechts/Arzthaftungsrechts, das von einem Rechtsanwalt sowohl besondere Kenntnisse als auch eine umfangreiche Einarbeitung in die Materie verlangt. Deshalb können nur wenige darauf spezialisierte Rechtsanwälte sachgerechte Arbeit leisten, um so für Sie als Mandant die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie für die Feststellung des Haftungsgrundes und die weitere angemessene Schadensregulierung einen Fachanwalt für Medizinrecht mandatieren. Wir vertreten im Geburtsschadensrecht wie im Arzthaftungsrecht ausschließlich die Patientenseite. Aufgrund der nachgewiesenen besonderen theoretischen Kenntnisse und praktischen Erfahrung wurden Herrn Rechtsanwalt Kersten Tauer und Frau Rechtsanwältin Corinna Wischke von der Rechtsanwaltskammer Köln sowie Herrn Rechtsanwalt Dirk Möller von der Rechtsanwaltskammer Düsseldorf jeweils der Titel Fachanwalt /Fachanwältin für Medizinrecht verliehen. Wir sind Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht im Deutschen Anwaltsverein. Unsere Qualifikation bietet Ihnen die Basis für eine juristisch fundierte Bewertung Ihres Falles und die erfolgreiche Durchsetzung Ihrer Ansprüche. So verhindern Sie, dass Ihr Kind und Sie nicht hinterher von der Versicherung des Arztes, der Klinik oder der Hebamme bei der Schadensregulierung nur unzureichend entschädigt werden.

Dr. Höll + Tauer Rechtsanwälte: Fachanwälte Medizinrecht und Spezialisten für Geburtsschadensrecht

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Wenn Sie bei der Geburt Ihres Kindes einen ärztlichen Behandlungsfehler oder einen Fehler der Hebamme vermuten, schildern Sie uns gerne Ihren Fall: Wir informieren Sie als erfahrene Fachanwälte für Medizinrecht im Rahmen einer unverbindlichen und kostenlosen ersten Einschätzung über Ihre rechtlichen Möglichkeiten für Sie und Ihr Kind. Dabei nehmen wir uns bis zu 20 Minuten für Sie am Telefon Zeit.